Stadt Bad Soden am Taunus

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Kitzbühel

Kitzbühel - oder Kitz, wie es liebevoll genannt wird - hat heute über 8.000 Einwohner. Das Gemeindegebiet umfasst 58 Quadratkilometer und ist als Bezirksmittelpunkt auch Sitz der Verwaltungsbehörde und des Bezirksgerichtes. Bad Soden am Taunus ist mit dem bekannten Wintersportort in Tirol seit 1984 verschwistert.

Besiedelt wurde Kitzbühel schon vor 3000 Jahren. Im Jahre 1271 erhielt es das Stadtrecht verliehen. Im Mittelalter war es eine blühende Handelsstadt, der Silber- und Kupferbergbau spielten eine dominierende Rolle. Die ersten "Sommerfrischler" kamen bereits um 1856 nach Kitzbühel, und mit dem Skisport begann es um die Jahrhundertwende.

Kitzbühel hat einiges zu bieten: 4 Golfplätze, zweimal 9 Hole, zwei 18 Hole-Kurse, 30 Tennisplätze, 1 Tennishalle, 2 Reitställe, 2 Reithallen, das Kurhaus-Aquarena mit Schwimmlandschaft, Sauna, Dampfbad, Massage, Morrbad, 1 Squash-Halle, 1 Minigolfplatz, den herrlichen Alpenblumengarten (1800 m), zahlreiche Seilbahnen und Sessellifte, das Kitz-Kinderland, Strandbäder am Schwarzsee und Gieringer Weiher, über 120 km gepflegte Spazier- und Wanderwege im Tal und auf den Bergen. Der Schwarzsee ist einer der wärmsten Badeseen der Alpen und durch das moorhältige Wasser ein wahrer Gesundbrunnen.

Imposant erheben sich das Kitzbüheler Horn und der Hahnenkamm über der Stadt, die Seilbahn schwebt hinauf in Höhen, wo sich wieder ganz neue Wege eröffnen. Berge, Berge, Täler, Gipfel soweit das Auge reicht.

Wintersport - Hahnenkammrennen

Wohl am bekanntesten wurde Kitzbühel durch das "Hahnenkammrennen" auf einer der bekanntesten Abfahrtsstrecke der Welt: Der Streif - Länge 3200 m, Höchstgeschwindigkeit ca. 140 km/h, Zuschauerzahl cirka 50.000.

Vom Beginn des Skilaufs zum Hahnenkammrennen
Franz Reisch, Bürgermeister in Kitzbühel von 1903 bis 1913, war einer der ersten, die sich mit dem Skisport befaßten. Er besorgte sich ein Paar norwegische Schneeschuhe und machte damit im Winter 1892/93 die ersten Schritte. Lassen wir ihn selbst berichten:

"Mit dem Ski auf das Kitzbichler Horn (1994 m)"
Von Franz Reisch in Kitzbichl

"Ich machte die ersten Versuche mit norwegischen Schneeschuhen im Januar 1893. Der neue, ganz eigentümliche Reiz dieses Sports regte mich zu einem Eifer an, der fast Begeisterung war, und ich lernte in kurzer Zeit bergauf und -ab steile Abhänge zu überwinden.

Beim Bergauffahren überwiegt die Kraftanwendung den Vorteil, während das Abfahren lediglich Courage und Übung ist. Ich benutze den Stock in letzter Zeit nur noch zu ‘Stabübungen’ unter der Fahrt und konnte ohne Unfall über steile Flächen 6- bis 8jährige Buben huckepack nehmen ...

Das Laufen in der Ebene und auf den kleinen Hügeln bot mir bald zu wenig Abwechslung, und so machte ich Versuche in der Bergregion. Das gesamte Gebiet der Kitzbichler Alpen ist ja wie geschaffen dazu, da die Gipfel durchschnittlich nur auf der Nordseite steil abfallen, während nach den anderen Richtungen stark geneigte Alpenweiden sind."

Franz Reisch blieb nicht allein mit seiner Begeisterung für den neuen Sport. Er brachte sozusagen "die Lawine ins Rollen".

"Einige ältere Herren fingen ein paar Wochen nach mir an, mit Skiern in dem Schnee zu trampeln, steckten aber nichts auf, während im Winter 1893/94 sich schon ein ganz respektabler Kreis Skikameraden um mich schloß und uns jeden Nachmittag zusammenführte.

Es wurde sehr viel auf schönes Fahren gehalten und auf jede unserer im Sonnenschein glänzenden Spuren hoch oben in den Berglehnen, und wir ertrugen die drückenden Eisgallen am Zehenriemen, den hohen Eiskothurn am Absatz und das fortwährende Herausrutschen aus unserer Meerrohrbindung.

Lange ging es so in voller Freizügigkeit. Dann fingen die englischen Gäste, die bisher nur Schlittschuh liefen und Schlittenpartien machten, an, bei uns Skilaufen zu lernen. Es kamen auch einzelne von München und Wien, militärische Skikurse wurden abgehalten, unsere ‘Musterspuren’ gingen in dem Chaos der übrigen so auf wie unser freies Sportleben in Vereins- und Verkehrspflichten. Es ist wohl nicht dankbar von uns, wenn wir etwas wehmütig an die alten Zeiten denken!"

Am 15.12.1902 gründete Franz Reisch mit ein paar Skikameraden die "Vereinigung für den Wintersport", in der er selbst einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde. Dies war also die Geburtsstunde des "Skiklub Kitzbühel".

Noch im gleichen Jahr folgte Dr. Willy Rickmer-Rickmers, einer der sportlichsten und reichsten Männer seiner Zeit, dem Ruf nach Kitzbühel. Es gelang ihm, die englische Skikolonie zu vergrößern, und er bildete bis 1909 über 1000 Personen im Skilauf aus. Seit damals zählen die Engländer zu den treuesten Kitzbüheler Gästen. Weltruhm erlangte Kitzbühel durch den Besuch des überaus beliebten englischen Thronfolgers. Der damalige "Prince of Wales" kam mit seinem Gefolge vom 05. bis 17.02.1935 zum Wintersport.

Kitzbühel wurde bald ein renomierter Austragungsort für Meisterschaften. 1905 fanden die ersten Tiroler Skimeisterschaften statt, gefolgt von der ersten Österreichischen Skimeisterschaft 1907. Vor dem Ersten Weltkrieg, im Winter 1913/14, wurde der Hauptverbandswettlauf abgehalten mit den Disziplinen Langlauf, Sprunglauf und Hindernislauf. Die nächsten großen Ereignisse waren die großdeutschen Skimeisterschaften 1925 und die Internationalen Skimeisterschaften 1930 (Langlauf, Sprunglauf, Kombination).

Das erste Hahnenkammrennen fand am 18. und 19.01.1931 statt, mit Abfahrtslauf und Slalom. Sieger des Rennens waren ausschließlich Kitzbüheler bis zum 5. Platz. Von 1933, mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg, bis 1961 gingen Herren- und Damenrennen über die "Streif", danach mußten die Damenrennen an Bad Gastein abgetreten werden. Die Streifabfahrt ist in der Skisportwelt zum Begriff geworden. Wer sich hier auszeichnet, gehört zur Weltklasse. Die "Streif" hat eine Länge von 3510 Meter mit einem Höhenunterschied von 860 Meter. Bei den zwei Torläufen am Ganslernhang sind je 180 Meter Höhenunterschied zu bewältigen.

Anfang der 50er Jahre entstand das "Ski-Wunderteam" des Kitzbüheler Skiklubs. Vorbild der Jungen war der etwas ältere Christian Pravda. In seinen Spuren fuhren Ernst Hinterseer, Hias Leitner, Fritz Huber, Anderl Molterer und Toni Sailer, der bei den Olympischen Winterspielen 1956 in Cortina drei Gold-Medaillen gewann. Von den Damen ist Christl Haas als Olympia-Siegerin durch ihr Gold im Abfahrtslauf in Innsbruck 1964 berühmt geworden.


Ob im Sommer oder im Winter - Kitzbühel ist immer eine Reise wert

Weitere Informationen über die Partnerstadt Kitzbühel erhalten Sie bei dem Internationalen Kultur- und Sportaustausch Bad Soden am Taunus e.V. (IKUS) unter der Telefonnummer 06196 / 2 47 47, Herr Richard Sippl, oder im Internet unter www.ikus-bad-soden.de oder www.kitzbuehel.eu




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